Zinkhütter Hof Cockerillstr. 90 D 52222 Stolberg (Rheinl) Tel.: +49 2402 903130Fax: +49 2402 9031315 info@zinkhuetterhof.de www.zinkhuetterhof.de

Zinkhütter Hof

Der große Augenblick ist gekommen. Gespannt blicken Kinderaugen auf die Form. Wird das Werk gelingen? Ja – soeben haben die jungen Besucher zusammen mit einem Museumsmitarbeiter eine Messingmünze gegossen, die, entsprechend poliert, wie Gold glänzt. Die Materialien Messing und Zink beherrschen einen Großteil der Ausstellung im Zinkhütter Hof in Stolberg. Der Name der Anlage verrät es: Wo früher Zink hergestellt wurde, ist heute die Geschichte dieses Metalls und seines „goldenen Bruders” Messing anschaulich dargestellt. Vor allem das „Allerweltsmetall” Zink zeigt sich in seiner ganzen Bandbreite der Nutzungsmöglichkeiten: ob als fein verzierter Becher oder als Schüssel., als Kirchturmhahn oder Badewanne, als kleiner Kruzifix oder als komplette Wandverkleidung. Noch um 1900 war dieses Metall im Alltag allgegenwärtig.
Kupfer, Messing und Zink haben auch ganz entscheidend zur wirtschaftlichen Blüte der Stadt Stolberg am Rande der Eifel beigetragen. Noch heute kann man in der Stolberger Altstadt die schönen, überwiegend im 17. und 18. Jahrhundert errichteten Kupferhöfe sehen. Es sind meist aus Bruchstein gemauerte, vierseitig geschlossenen Anlagen, die als Wohn- und Produktionsstätten dienten. Um 1700 gab es in Stolberg bereits an die 40 Kupfermeister, die jeweils im Schnitt sechs bis acht Schmelzöfen betrieben und insgesamt ca. 20.000 Zentner Kupfer verarbeiteten. Durch Zusetzen des in der Nähe abgebauten zinkhaltigen Galmeierzes zum Kupfer entstand Messing, der Exportschlager Stolbergs. Noch heute gibt es Nachfolgebetriebe in der Stadt, die aus den historischen Ursprüngen heraus Metalle mit Hilfe modernster Technologie verarbeiten, z.B. Kabelwerke. Speziell aus der Drahtproduktion hat sich in Stolberg auch ein anderer Wirtschaftszweig entwickelt und es zur Weltruhm gebracht: die Nadel- und Kurzwarenindustrie.
Den Bogen von der heutigen, modernen Produktion zu den historischen Arbeitsbedingungen schlägt das Museum Zinkhütter Hof. Anschaulich wird hier der mühsame Weg des Metalldrahts zur fertigen Nadel, wie er sich noch im 19. Jahrhundert vollzog, an Originalmaschinen vorgeführt. Und wer es noch nicht wusste, hier wird er aufgeklärt über den „Klenkes”, den Aachener Gruß mit dem erhobenen kleinen Finger. Er stammt aus dem Arbeitsprozess der Nadler, die mit dem ausgestreckten kleinen Finger die Nadeln auf ihre Gleichmäßigkeit prüften.

Museumspädagogische Angebote:
Neben Führungen für Erwachsene in deutscher, französischer und englischer Sprache bietet das Museum Zinkhütter Hof eine Vielzahl von Angeboten insbesondere für Kinder und Jugendliche an.
Das Museum Zinkhütter Hof hat vor kurzem das „Forum“ eröffnet, einen außerschulischen Lernort, mit abwechslungsreichem und interaktiven Programm weit über die traditionelle Schulangebote hinaus. Die Geschichtswerkstatt vermittelt Kenntnisse rund um Themen wie Ressourcen, Industrielle Revolution, Unternehmen der Region, Arbeiter und Migration, Infrastruktur, Politik und Ökologie. Visuelle Anreize, Spielstationen und Objekte zum Anfassen – so erleben die Besucher die Geschichte und den Strukturwandel der Region. Die Museumswerkstatt mit zwei Laboren ist offen für viele chemische und physikalische Experimente, z. B. Münzgießen und Nadelproduktion. In der Zukunftswerkstatt geht es um Lebensplanung und Berufsorientierung. Die Jugendlichen sollen spielerisch Erkenntnisse über ihre eigenen Stärken gewinnen. Hier wird das Interesse für Berufsfelder im naturwissenschaftlich-technischen Bereich gefördert.
Außerdem bietet das Museum weitere Programme für Kinder, z.B. Kindergeburtstage im Museum, Ferienprogramme sowie die Zwergen-Nacht mit Rallye und Basteln.

Öffnungszeiten

Montag: geschlossen
Dienstag: 14:00 - 17:00
Mittwoch: 14:00 - 17:00
Donnerstag: 14:00 - 17:00
Freitag: 14:00 - 17:00
Samstag: 14:00 - 18:00
Sonntag: 10:00 - 18:00
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