Portal der Industriekultur

 

Ein in Europa wohl einmaliges Informationszentrum zur Industriekultur ist auf dem Welterbe Zeche Zollverein in Essen eingerichtet: als Bestandteil des RUHR.VISITORCENTER / Besucherzentrum Ruhr gibt das „Portal der Industriekultur“ vielfältige Informationen über den Welterbe-Standort sowie zu den touristisch attraktivsten industriekulturellen Standorten im Ruhrgebiet, in Nordrhein-Westfalen und in Europa.

 

Das Besucherzentrum erstreckt sich über die 24m- sowie die 30m-Ebene in der ehemaligen Kohlenwäsche von Schacht XII (heute zur besseren Orientierung auf dem Welterbe-Areal „Gebäude A 14“ genannt), in der auch das Ruhr Museum seine Ausstellungsflächen hat.

 

Interaktives Zollverein-Modell
Auf der 24m-Ebene – rechts vom Info- und Ticketcounter - gibt ein großes interaktives Modell eine erste Orientierung über den Welterbe-Standort. Per Drucktastensystem werden die einzelnen Gebäude und Anlagen der Schachtanlagen 1/2/8 und XII sowie der Kokerei in ihrer heutigen und insbesondere früheren Funktion durch eingeblendete Filme, Fotos und Karten vorgestellt. Für viele Führungen ist dies der Einstieg in die weitere Besichtigungstour.

 

Ankerpunkt-Modelle weisen den Weg
Links vom Counter gelangt man über ein Treppenhaus auf die 30m-Ebene, das eigentliche „Portal der Industriekultur“. Bereits im Treppenhaus werden Besucher auf die „Route der Industriekultur“ im Ruhrgebiet eingestimmt: Detailmodelle zeigen die 25 Ankerpunkte, die die ausgeschilderte Hauptroute bilden; ihre Befestigung ist auf einer Ruhrgebietskarte am Fuße der Treppe verankert und verortet die Ankerpunkte auf diese Weise in der Metropole Ruhr.

Die 30m-Ebene besteht aus mehreren Räumen. Von der Treppe aus gelangt man zunächst in den Hauptraum, der die Besucher durch seine (Farb-)Gestaltung und Möblierung nach Untertage führt. Die schwarz gestrichenen Wände sowie die Ausstellungsarchitektur deuten Kohleflöze an. Unter der Decke – quasi Übertage – zeichnen blaue Lichtbänder den Verlauf der Flüsse Ruhr, Emscher, Lippe und Rhein nach; graue Flächen stellen die Lage und Ausdehnung der Städte in der Metropole Ruhr dar.

 
 

Transmitter stellen die Route der Industriekultur vor
Aus den „Flözen“ führen sog. „Transmitter“ nach Übertage: so wie Förderkörbe Kohle, Abraum, Material und Menschen nach Unter- und Übertage transportierten, transportieren die Transmitter (interaktive Bildschirme) Informationen. Die Transmitter können vertikal auf verschiedene „Sohlen“ (Informationsebenen) befördert (verschoben) werden. Sie enthalten vielfältige Informationen wie Texte, historische und aktuelle Videos und Audios, Einzelfotos und Fotostrecken, Karten ...
Vorgestellt werden Standorte (Ankerpunkte) bzw. Themenkomplexe der „Route der Industriekultur“ - früher, heute und zukünftig; ein einzigartig gestaltetes Informationszentrum der Ruhrgebietsroute.

NRW-Karte zeigt 90 industriekulturelle Tourismusziele
An der südlichen Stirnwand des Raumes weitet sich der Blick vom Ruhrgebiet auf ganz NRW: Auf der hier montierten NRW-Karte sind die Standorte von rd. 90 touristisch attraktiven industriekulturellen Ausflugszielen (insbesondere Museen, Tourismuseisenbahnen, Besucher- und Anschauungsbergwerke) eingezeichnet. Kurzinformationen (Fotos, Infotexte) über die Standorte können auf den beiden vor der Kartenwand stehenden Touch-Monitoren abgerufen werden.

 
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Von der Ruhr nach Europa
Auf der gegenüber liegenden Stirnwand werden die industriekulturtouristischen Informationen über NRW und Deutschland hinaus erweitert, auf ganz Europa ausgedehnt und thematisch fokussiert. Die Themen: UNESCO-Welterbe in Europa sowie ERIH, die Europäische Route der Industriekultur. Auf der Europakarte sind alle UNESCO-Welterbestätten mit industriegeschichtlichem Bezug verortet - derzeit rd. 40. Die touristisch attraktivsten Standorte des europäischen industriellen Erbes, die sogenannten Ankerpunkte, bilden die virtuelle ERIH-Hauptroute. Bebilderte Informationstexte über diese ERIH-Ankerpunkte, rd. 100 in 14 Ländern Europas, erhalten Besucher auf einem großformatigen Touch-Bildschirm.

 

Ausstellungen in Rundeindicker 1
Zwei weitere ungewöhnliche Räume runden das „Besucherzentrum | Portal der Industriekultur“ ab: die ehemaligen Rundeindicker. In den Rundeindickern wurde zu Betriebszeiten der Zeche der in Wasser gebundene, feine Kohlenschlamm für die Weiterverarbeitung vorbereitet. Heute dient Rundeindicker 1 als Vortrags- und Ausstellungsraum. Mehrere Wechselausstellungen pro Jahr widmen sich industriekulturellen bzw. industrietouristischen Themen. Industriekulturelle Netzwerke – nicht nur aus NRW – haben die Möglichkeit, sich hier zu präsentieren.

 

Panoramafilm RUHR 360°
Der halbstündlich im Rundeindicker 2 gezeigte Panoramafilm „RUHR 360°“ bildet den emotionalen Abschluss des Besuchs. Wie in einem Kino, umringt vom Film, tauchen die Zuschauer ein: Industriekultur im Landschaftspark, phantastische Aussichten von den Bergehalden, Industrieproduktion live, umgeben von Birkenwäldern, auf dem Rhein, im Forschungslabor, im Konzerthaus und in der Fankurve erleben sie die abwechslungsreichen Facetten der Metropole Ruhr und sind immer mittendrin.